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Krankheitsbilder · Morbus Crohn
Morbus Crohn
Der Morbus Crohn ist eine chronisch entzündliche Erkrankung auch der tiefen Wandschichten des gesamten Magen-Darm-Traktes (CED), mit Neigung zu Fistelbildung, Abszedierungen und Ausbildung von narbigen Stenosen. Obwohl die Erkrankung an jeder Stelle des Verdauungstraktes vom Mund bis zum Anus vorkommen kann, überwiegt die Lokalisation im terminalen Ileum und Colon: 30% Befall nur des Ileum, 25% Befall nur des Colon, 45% Befall von Ileum + Colon.
Die meisten Patienten erkranken zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr. Frauen sind etwas häufiger betroffen. Geographisch zeigt sich in Europa ein Nord-Süd-Gefälle mit den höchsten Raten in den skandinavischen Staaten und den niedrigsten in Norditalien. Viele epidemiologische Daten weisen auf eine große Bedeutung von genetischen Faktoren und den Einfluss von Umweltfaktoren als Erkrankungsrisiko hin.
Der Verlauf ist schubweise mit einer Rezidivhäufigkeit von 30% nach 1 Jahr und 40% nach 2 Jahren.
Makroskopisch finden sich segmentale Entzündungen aller Wandabschnitte, zwischen denen Darmsegmente mit völlig unauffälliger Schleimhaut liegen können.
Auch innerhalb eines befallenen Darmsegmentes können stark entzündliche Areale mit normaler Schleimhaut wechseln. Aufgrund der transmuralen Entzündungsreaktion, die bis auf das umgebende Fettgewebe übergreifen kann, ist die Darmwand deutlich verdickt, es findet sich ein “Pflastersteinrelief”. Begünstigt werden dadurch auch die Verklebung von Darmsegmenten und das Auftreten von Strikturen. Aus den tiefen Fissuren der Darmschleimhaut entwickeln sich häufig Fisteln und Abszesse.
Die Patienten leiden an abdominellen Schmerzen und Durchfällen (meist ohne Blut) begleitet von wiederholten Abgängen kleiner mit Eiter und Schleim vermischter Stuhlportionen. Am häufigsten finden sich kolikartige Schmerzen im rechten Unterbauch.
Häufig kommt es zu einer Gewichtsabnahme. Weitere wichtige Zeichen sind Fieber um 38,5 C und eine Anämie. Es finden sich häufig Perianalfisteln (40%) und periproktitische Abszesse (25%), die bei 16% der Patienten bereits bei Krankheitsbeginn nachweisbar sind und gelegentlich Jahre vor der ersten intestinalen Crohn-Manifestation auftreten können.
Symptome außerhalb des Darmes finden sich bei Crohn-Patienten als Gelenkbeteiligung bei 25% und Hautveränderungen wie Aphthen, Erythema nodosum und Pyoderma gangraenosum. 7% der Patienten erleiden Augenentzündungen wie Iritis, Episkleritis, Keratitis ua.
Die Diagnosestellung erfolgt mittels der Colo-Ileoskopie mit mehrfachen Biospsien. Ist einmal die Diagnose Crohn gestellt, muss der ganze Verdauungstrakt nach weiteren Manifestationen abgesucht werden (Gastroskopie, Sono- graphie und weitere bildgebende Verfahren wie Dünndarm- röntgen, MRT).
Zusätzlich sind Blut- und Stuhluntersuchungen erforderlich.
Der Morbus Crohn ist weder durch medikamentöse noch durch chirurgische Maßnahmen heilbar. Die Therapie richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung.
Dabei stehen die medikamentöse Therapie, diätetische Maßnahmen und die Substitution von Bedarfsstoffen (z.B. Eiweiß, Elektrolyte, Vitamine, Eisen,…) im Vordergrund. Ziel ist die Remissionserhaltung. Bei Komplikationen kann ein chirurgischer Eingriff erforderlich sein.
Wegen eines erhöhten Risikos colorektaler Karzinome sind regelmäßige Kontroll-Coloskopien erforderlich.
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