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Dr. med. Michael Franz
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Krankheitsbilder · Milchzuckerunverträglichkeit
Milchzuckerunverträglichkeit (Laktoseintoleranz)
Als häufige Ursache von Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfällen findet sich die Laktoseintoleranz oder auch Milchzuckerfehlverwertung genannt. Milchzucker (Laktose) ist ein Zweifachzucker, der im Dünndarm durch das Enzym Laktase in Einfachzucker gespalten werden muss, damit er vollständig aufgenommen werden kann.
Bei Menschen mit Laktoseintoleranz ist das Enzym vermindert vorhanden oder inaktiv. Dadurch wird der Milchzucker im Dünndarm nicht ausreichend gespalten, so dass er folglich auch nicht aufgenommen werden kann. So verbleibt der unverdaute Milchzucker im Darm und gelangt in den Dickdarm. Dort wird er durch die Dickdarmbakterien vergoren und bewirkt somit die oben beschriebenen Symptome.
Die häufigste Ursache ist ein isolierter Mangel an Laktase. Dieser Laktasemangel findet sich bei 10-15% der West- europäer und entwickelt sich meist erst mit dem Älterwerden. In Asien und Afrika betrifft die Laktoseintoleranz sogar fast 90 % der erwachsenen Bevölkerung.
Diagnostik Laktosebelastungstest und H2-Atemtest
H2-Atemtest Dieses Verfahren basiert auf dem Nachweis von Wasserstoff in der Ausatemluft, der durch die Darmbakterien bei der Vergärung von Milchzucker entsteht. Dieser gasförmige Wasserstoff gelangt über das Blut in die Lungen und wird abgeatmet. Gemessen wird bei diesem Test die Wasserstoffkonzentration in der Ausatemluft vor und nach Verzehr von 50 g Laktose. Das Ergebnis ist positiv, wenn nach der Laktosegabe ein Messunterschied von 20 ppm auftritt.
Therapie Die Einhaltung einer laktosefreien oder laktosearmen Ernährung ist die wichtigste Maßnahme bei einer Laktoseintoleranz.
Viele Patienten können geringe Laktosemengen (bis zu 10 g) vertragen. In diesen Fällen ist eine laktosefreie Diät selten erforderlich. Doch es gibt auch Patienten, die auf deutlich geringere Mengen Laktose (bereits bei 1-2 g) mit Symptomen reagieren, so dass verstärkt auf die Ernährung geachtet werden muss.
Hart-, Schnitt-, Weich- und Sauermilchkäse sind fast laktosefrei und können auf dem Speiseplan bleiben. Sauermilchprodukte (Joghurt, Quark, Buttermilch) werden trotz des relativ hohen Laktosegehaltes meist gut toleriert, da die Bakterienstämme dieses Milchproduktes im Darm erhebliche Mengen Milch- zucker abbauen können.
Doch Laktose wird vielen Lebensmitteln als Bindemittel zugesetzt, so dass sich die tägl. Menge an Laktose schnell summiert.
Laktosegehalt von Milchprodukten
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Milchprodukt
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(g/100g)
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Kuhmilch (Frischmilch, H-Milch)
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4,8
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Dickmilch
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3,7 - 5,3
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Joghurt
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3,7 - 5,6
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Kefir
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3,5 - 6,0
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Buttermilch
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3,4 - 4,0
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Sahne süß/sauer
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2,8 - 3,6
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Creme fraiche
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2,0 - 4,5
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Kaffeesahne 10-15% Fett
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3,8 - 4,0
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Kondensmilch 4- 10 % Fett
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9,3 - 12,5
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Butter
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0,6
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Butterschmalz
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0
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Milchpulver
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38 - 51
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Molke
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2,0 - 5,2
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Desserts (Grießbrei, Pudding, Milchreis)
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3,3 - 6,3
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Eiscreme
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5,1 - 6,9
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Sahneeis
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1,9
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Magerquark
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4,1
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Speisequark 10-70% F.i.T.
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2,0 - 3,8
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Hüttenkäse
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2,6
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Schmelzkäse
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2,8 - 6,3
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Als fast lactosefrei gelten Emmentaler, Bergkäse, Reibkäse, Parmesan, Alpkäse, Edamer, Gouda, Tilsiter, Steppenkäse, Appenzeller, Brie, Cammbert, Chester, Edelpilzkäse, Schafskäse, Jerome, Limburger, Romadur, Mozzarella, Münsterkäse, Raclette, Räucherkäse, Butterkäse, Esrom, Sauermilchkäse wie Harzer
Versteckter Milchzucker in Lebensmitteln Milchspeiseeis, Milchschokolade, Sahnebonbons, Karamelbonbons, Nougat, Pralinen, diverse Riegel, Backmischungen, Kartoffelpüreepulver, Instant-Suppen, Instant- Saucen, Instant-Cremes, Fertiggerichte, Wurstwaren, Butter, Margarine, Süßstofftabletten, Kleietabletten, Medikamente.
Es gibt derzeit laktosefreie Milchprodukte in fast jedem Supermarkt zu kaufen. (z.B. Minus-L Milchprodukte)
Doch auch Laktrasepulver oder Laktrasekapseln zur Mahlzeit können die Beschwerden vermindern.
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