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Krankheitsbilder · Gastroösophageale Refluxkrankheit
Gastroösophageale Refluxkrankheit
Ca. 20 % der Bevölkerung der westlichen Industrieländer sind von einer gastroösophagealen Refluxkrankheit (GERD) betroffen.
Unter gastroösophagealem Reflux versteht man den Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre. Ursächlich ist in den meisten Fällen ein gestörter Verschluss- mechanismus des unteren Schließmuskels (Kardia) zwischen Speiseröhre und Magen. Diese Muskelschwäche wird auch Kardiainsuffizienz genannt.
Doch auch im Rahmen anderer Erkrankungen wie Ulcuskrankheit, Sklerodermie, Divertikel im Ösophagus, nach operativen Behandlungen oder im letzten Drittel der Schwangerschaft kann es zu einer Refluxkrankheit kommen. Führt der Reflux zu deutlich erkennbaren Defekten in der Schleimhaut der Speiseröhre, spricht man von einer Refluxösophagitis (ERD).
Bei der Refluxkrankheit wird unterschieden GERD Refluxkrankheit allgemein.
NERD 60 % der GERD-Patienten haben gehäufte Refluxbeschwerden ohne endoskopischen oder histologischen Nachweis einer Refluxösophagitis.
ERD 40 % der GERD-Patienten haben makroskopisch erkennbare Schleimhautläsionen (= Refluxösophagitis).
Die Refluxösophagitis ist eine endoskopische Diagnose und wird mittels Magenspiegelung (Gastroskopie) gestellt. Während der Untersuchung werden auch Gewebeproben entnommen.
Bei über 90 % der Patienten mit einer Refluxösophagitis findet sich eine axiale Hiatushernie (Verlagerung der Kardia und des oberen Magenteiles in den Brustkorb).
Als Folge der Schleimhautschädigung durch die Magensäure können sich mit der Zeit Geschwüre bilden, die zusätzlich die Entstehung bösartiger Tumore begünstigen. Durch den chronischen Entzündungsreiz im unteren Ösophagusbereich kann durch Umwandlung der Schleimhaut ein Barrett- Ösophagus entstehen. Dies ist eine Präkanzerose (Vorstadium eines bösartigen Tumors).
Symptome der Refluskrankheit Sodbrennen (75 %), Druckgefühl hinter dem Brustbein, Luftaufstoßen (60 %), Luftschlucken, Meteorismus, Blähungen, Schluckbeschwerden (50 %), Rückfluss von Nahrungsresten (40%), epigastrische Schmerzen und Brennen (30%), Übelkeit, Erbrechen, salziger oder seifiger Geschmack im Mund nach dem Aufstoßen, evtl. Zahnschmelzschäden, Reizhusten, Heiserkeit, evtl. nächtliche Schlafstörungen, Schmerzen beim Essen. Oft verstärken sich die Beschwerden beim Bücken oder im Liegen.
Therapie Folgende Allgemeinmaßnahmen sind hilfreich
Gewichtsabnahme
Schlafen mit leicht erhöhtem Oberkörper und in
Rechtsseitenlage
keine zu enge Kleidung die den Bauch einschnürt
nach dem Essen nicht sofort hinlegen
kleine fettarme Mahlzeiten
keine Mahlzeiten am späten Abend vor dem Schlafengehen
kein Nikotin
kein Alkohol
meiden weiterer Substanzen, die den Schließmuskel
(Kardia) schwächen:
Schokolade, süße Speisen, säurehaltige Getränke wie
Obstsäfte und Tomatensaft, Kaffee, kohlensäurehaltige
Getränke, Tomatensoße, Knoblauch, Pfefferminz
möglichst auf Medikamente verzichten, die den
Schließmuskel schwächen wie: Nitropräparate,
Kalziumantagonisten, Theophyllin, Anticholinergika,
Betaadrenergika
meiden von Stress
meiden von Verstopfung (Obstipation)
Medikamentös werden Protonenpumpeninhibitoren (PPI) wie z.B. Omeprazol, Pantoprazol, Lansoprazol u.a. eingesetzt. Diese Präparate unterdrücken die Säureproduktion bis zu 100%. Unter PPI gibt es die schnellsten und höchsten Heilungsraten.
Liegt bereits ein Barrett-Ösophagus vor, sind regelmäßige Kontrollgastroskopien mit Gewebeuntersuchungen zwingend erforderlich.
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