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Krankheitsbilder · Chronische Gastritis
Chronische Gastritis (chronische Magenschleimhautentzündung)
Bei einer chronischen Gastritis ist die Magenschleimhaut über einen längeren Zeitraum entzündet, manchmal über Jahre. Die Ursachen können sehr unterschiedlich sein. Oft sind ältere Menschen betroffen. Beschwerden sind eher selten. Gelegentlich treten Magen- schmerzen, Druckgefühl, Völlegefühl, Übelkeit und Aufstoßen auf. Diese Symptome findet man dann in der Regel nach den Mahlzeiten.
Eine chronische Gastritis kann nur durch eine Magen- spiegelung (Endoskopie) mit feingeweblicher Untersuchung (Histologie) diagnostiziert werden! Unerlässlich ist auch die diagnostische Abklärung auf Helicobacter pylori.
Die chronische Gastritis wird in 3 Typen (ABC-Klassifikation) aufgeteilt:
Typ A = Autoimmungastritis Die Typ A – Gastritis kommt bei ca. 5% der Erkrankten vor und findet sich hauptsächlich bei Nordeuropäern. Die Entzündung betrifft die Schleimhaut des Magenkorpus (Korpusgastritis). Als Ursache wird eine erblich bedingte Autoimmunreaktion angenommen. Bei einem Teil der Fälle ist möglicherweise eine Infektion mit Helicobacter pylori der Auslöser der Entzündung. Auch Mischformen wurden beschrieben.
Durch die Autoimmunreaktion kommt es zu einem Schwund der Belegzellen und damit zu einem Mangel an Magensäure. Dies hat einen zusätzlichen Mangel an Intrinsic-Faktor zur Folge, wodurch sich bei den Patienten eine Vitamin-B12-Mangelanämie (perniziöse Anämie) ausbildet.
Typ B = Bakterielle Gastritis Die Typ B – Gastritis findet sich bei 80% der Erkrankten. Sie ist im Magenantrum lokalisiert, daher wird sie auch Antrumgastritis genannt. Doch neigt die Gastritis zu einer Ausbreitung nach oben. Ursächlich sind äußere Erreger wie Bakterien, Viren und Alkohol. In 90% der Fälle wird Helicobacter pylori nachgewiesen. Durch die Schleimhautrückbildung (Atrophie) kann es zu einer Gewebeumwandlung kommen. Dadurch steigt das Magenkrebsrisiko um das Achtfache.
Typ C = Chemische Gastritis Bei etwa 15% der Erkrankten findet sich die Typ C – Gastritis. Dabei ist besonders die Schleimhaut im Magenfundus betroffen. Häufig findet sich die Typ C – Gastritis als Folge einer Hiatushernie. Aber auch chemische Einwirkungen wie magenreizende Medikamente oder Rückfluss von Gallen- flüssigkeit aus dem Zwölffingerdarm in den Magen sind häufige Ursachen. Die Therapie richtet sich nach dem Ergebnis von Endoskopie und Histologie. Bei einer Helicobacter pylori – Infektion muss eine Eradikationsbehandlung durchgeführt werden.
Bei Vitamin B12 – Mangel muss parenteral substituiert werden. Magenschädigende Medikamente müssen möglichst abgesetzt werden. Falls dies nicht möglich ist, sollten Protonenpumpenhemmer (PPI) eingesetzt werden.
Wegen des erhöhten Krebsrisikos sind regelmäßige Kontrollendoskopien unumgänglich.
Weiterführende Informationen Ernährungs- und Verhaltensweisen bei Gastritis (Magenschleimhautentzündung) und Reizmagen 
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