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Die Praxis · Aktuelles
FSME und Borreliose – durch Zecken übertragene Krankheiten
Frühsommermeningoenzephalitis (FSME) und Borreliose sind zwei von Zecken übertragene Krankheiten, die sich in Europa immer mehr ausbreiten. Überall in der Natur lauern Zecken. So ist jeder gefährdet, der sich im Freien aufhält. Sei es beim Wandern, beim Fahrradfahren, beim Zelten, im Freibad, am See oder sogar im eigenen Garten. Ab etwa 10 Grad C werden die Zecken aktiv. So dauert die eigentliche Zeckensaison von März bis November. Zecken werden im Vorbeigehen von Büschen, Gräsern oder halbhohen Bäumen abgestreift. Sie können auch im losen Laub oder Unterholz sitzen. Jedoch fallen sie nicht von den Bäumen!
Die FSME ist eine Viruserkrankung, die zu schweren Ent- zündungen an Hirnhäuten und Gehirn führen kann, die in 10% der Fälle zu dauerhaften Schäden führen.
Das Virus befindet sich im Speichel der Zecke und gelangt mit dem Stich direkt in die Blutbahn. Nach einem Intervall von 5-28 Tagen kommt es zu grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen. Bei jedem 3. Erkrankten findet sich dann ein zusätzlicher Krankheitsschub mit hohem Fieber, Nackensteifigkeit, Erbrechen, Entzündungen an Hirnhaut, Rückenmark und Gehirn. Die Schwere der Erkrankung nimmt mit dem Alter zu. Ein Teil der Patienten erleidet dauerhafte Schäden wie Lähmungen oder Koordinationsstörungen. 1-2% der Patienten versterben sogar an der FSME.
Bisher gibt es gegen die FSME keine ausreichenden Therapiemöglichkeiten. Lediglich die Symptome können behandelt werden. Doch die von der STIKO (ständige Impfkommission) empfohlene, vorbeugende Zeckenschutzimpfung (FSME- Impfung) bietet sicheren Schutz. Es gibt einen speziellen Impfstoff für Kinder und für Erwachsene. Eine abgeschlossene Grundimmunisierung besteht aus 3 Impfungen. Anschließend sind Auffrischimpfungen nach 3 bzw. 5 Jahren erforderlich.
Derzeit wird die Impfung in folgenden Risikogebieten empfohlen: Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Thüringen und Rheinland-Pfalz.
Doch auch viele Urlaubsregionen in Europa sind FSME-Risikogebiete: Österreich, Schweiz, Ungarn, Südskandinavien, Baltikum, Norditalien, Kroatien, Tschechien u.a.
Borreliose
Die Borreliose wird durch ein Bakterium ausgelöst, das mit dem Stich der Zecke übertragen wird. Meist gelangt es jedoch erst nach Stunden in die Blutbahn. So sollte eine Zecke immer schnell entfernt werden. Dadurch lässt sich das Infektionsrisiko mindern. Eine Impfung gegen die Borreliose gibt es nicht. Jedoch wird eine Infektion mit Antibiotika behandelt.
Krankheitserscheinungen: Tage bis Wochen nach dem Zeckenstich zeigt sich ein rötlicher oder bläulich-rötlicher Fleck, der oft auch nur ringförmig erscheint (Erythema migrans). Zusätzlich können Fieber, Bindehautentzündung der Augen, geschwollene Lymphknoten, Muskel- und Gelenkschmerzen auftreten. Wird dann nicht ausreichend antibiotisch behandelt, kommt es Wochen bis Monate später erneut zu Gelenk- und Muskelschmerzen, Schmerzen an der Einstichstelle, allgemeinem Krankheitsgefühl, Schwäche, Müdigkeit und Empfindungsstörungen. Sogar Lähmungen und Herzprobleme können auftreten. Bei der Borreliose sind auch Spätfolgen nach Monaten oder Jahren bekannt: Hautveränderungen, Gelenkschmerzen, Gelenkentzündungen, neurologische Schäden bis zu Erkrankungen von Gehirn und Rückenmark.
Schützen vor einem Zeckenstich kann man sich mit geschlossener, heller Kleidung, langen Hosen und festen Schuhen, auch im Sommer – trotz höherer Temperaturen. Nach jedem Aufenthalt in der Natur sollte man den Körper nach Zecken absuchen. Besonders gern sitzen die Zecken in den Kniekehlen, in den Leistenbeugen, in den Achselhöhlen und am Haaransatz.
Falls man eine Zecke entdeckt, sollte sie sofort entfernt werden! Und zwar mit einer Pinzette oder Zeckenzange. Die Zecke sollte dabei dicht an der Haut gefasst und herausgezogen werden. Drehen nützt nichts, denn die Zecke hat keine Windung wie bei einer Schraube. Auch sollte man kein Öl oder Klebstoff auf die Zecke gießen oder den Hinterleib zerquetschen. Dadurch kommt es nur zu einem zusätzlichen Austritt von Erregern in das Gewebe und die Blutbahn. Anschließend muss die Bissstelle desinfiziert werden. In den nächsten 4 Wochen sollte die Einstichstelle beobachtet werden. Tritt eine ringförmige Rötung auf, die auch wandern kann, soll möglichst sofort der Arzt aufgesucht werden.
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